Spaniens wichtigste Rebsorte

Viele glauben, Spanien sei ein Rotweinland. In Spanien wird aber fast gleich viel Weiss- wie Rotwein gekeltert. Und viele meinen, Tempranillo sei die am häufigsten angebaute rote Rebsorte des Landes. Das ist aber die bei uns wenig bekannte Bobal.

Dafür ist Tempranillo die wichtigste Sorte. Weinliebhaber vergleichen ihre Bedeutung für den spanischen Weinbau mit derjenigen der Cabernet Sauvignon für den französischen Weinbau. Die beiden Trauben verleihen Weinen, die aus ihnen gekeltert werden, Charakter und Rückgrat. Die Tempranillo wird häufig sortenrein ausgebaut wie für den Finca Los Altos Gran Reserva aus Valdepeñas und den Torre de Golbán Crianza aus Ribera del Duero; oder in einer Assemblage wie für den Marqués de Murrieta Reserva aus La Rioja.

Tempranillo wächst vor allem in Spanien und Portugal, wird aber auch in Australien, den USA und Südafrika angebaut. Ihr Name leitet sich vom Vergleich mit der Garnacha ab: Zum einen reift die Tempranillo früher, zum anderen sind ihre Beeren kleiner, weshalb sie «kleine Frühe» heisst. Die Temperaturen haben einen grossen Einfluss auf ihre Aromen. In kühleren Gegenden dominieren Heidelbeeren, Himbeeren und Kirschen, in wärmeren Gebieten Pflaumen und Gewürze. Ein Tempranillo-Wein ist gerbstoffreich und altert ausgezeichnet. Trotz der geringen Säure sind die kraftvollen Rotweine leicht und elegant.

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