Primitivo – ein Glas italienischer Lebensfreude

Der Primitivo wird fast ausschliesslich in der süditalienischen Region Apulien angebaut. Einst nur als billiger Tafelwein bekannt, blickt der Primitivo auf einen steilen Aufstieg zurück. Dank der Konzentration der Winzer in der Region Apulien auf die Modernisierung des Weinbaus entstehen aus den Primitivo-Trauben heute hervorragende Rotweine, die zu den ganz grossen Tropfen Italiens gehören.

Primitivo_gross

Die ausgewogenen Primitivo-Weine erfreuen sich in der Schweiz und ganz Europa grosser Beliebtheit. Weinkenner schätzen die tiefroten Tropfen für ihre Vielseitigkeit – sie eignen sich als Begleitung zum Nachtessen ebenso gut wie für ein genussvolles Glas zwischendurch. Die Primitivo-Reben mögen das mediterrane Klima Apuliens: Temperaturen bis zu 45 Grad, starke Sonneneinstrahlung und konstante Meeresbrisen zur Abkühlung lassen die Trauben perfekt ausreifen. So entstehen Rotweine mit komplexer Frucht, die an Waldbeeren und Zimt erinnern. Die üppigen Weine sind aber nicht nur geschmacklich ein Vergnügen. Auch die intensive, granatrote Farbe und der verführerische Duft leisten ihren Beitrag zum ganz besonderen Genuss der Primitivo-Weine.

Ausgewogene Tropfen mit kroatischem Ursprung

Der Primitivo, der als Zinfandel die neue Welt erobert hat, wird in der Region Apulien auf über 100'000 Hektaren angebaut. Überall in der süditalienischen Region werden Reben kultiviert, vom Gargano-Gebiet im Norden bis zur Halbinsel Salento im Süden. Während die farbintensiven Primitivo-Trauben früher lediglich zur Intensivierung der Farbe mit weniger starken Weinen verschnitten wurden, bauen die einheimischen Winzer den Primitivo heute mit grossem Erfolg sortenrein aus.
Auch wenn es der intensive Anbau in Apulien vermuten lässt, liegt der Ursprung der Rebsorte nicht in Italien. Sie stammt aus Kroatien, wo sie noch heute unter dem Namen «Crljenak» angebaut wird. Von dort aus bahnte sie sich ihren Weg nach Apulien und, unter dem Namen Zinfandel, auch in die USA. Einige Winzer aus Italien vermarkten ihre Primitivo-Weine sogar als Zinfandel, weil sie sich durch den bekannteren Namen bessere Absatzchancen erhoffen.