Chardonnay – der Global Player

Der fruchtige Chardonnay wächst in allen Weinbauregionen der Welt. Das ist einer der Gründe für seine globale und anhaltende Popularität. Es gibt keine andere weisse Rebsorte, die sich besser für den Ausbau im Eichenfass eignet. 

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Viele Traubensorten werden überall auf der Welt kultiviert. Der Chardonnay gehört definitiv zu diesen Global Players, vielleicht ist er sogar DER Global Player überhaupt. Das Multitalent ist äusserst anpassungsfähig und vielseitig im An- und Ausbau. Ob in Frankreich, Australien, Chile, Neuseeland, Südafrika oder den USA: Die bekannteste und beliebteste Weissweinsorte der Welt fühlt sich in jeder Weinbauregion und in fast jedem Klima wohl. In der Schweiz beispielsweise ist der Chardonnay im Wallis, im Waadtland, im Tessin sowie in der Ostschweiz zuhause. Je nach Terroir – Boden, Klima, Topografie – schmeckt er leicht-trocken bis edelsüss-kräftig.

Unterschiedliche Ausbaumethoden fördern die Popularität des «Weltenbummlers». Entgegen anderen Weissweinen kann Chardonnay ausgezeichnet im Barrique (Eichenfass) ausgebaut werden – dies lässt seine Säure noch reduzierter wirken, und Holzaromen wie Vanille und Rauch ergänzen die fruchtigen Grundnoten. Im Edelstahltank vergoren betont der Chardonnay dagegen seine primären Fruchtnoten. Chardonnays aus Übersee duften beispielsweise nach tropischen Früchten, Vanille und Eichenholz.

Unveränderte «Chardonnay-Manie»

Im Burgund liegt der Ursprung des Chardonnays, wo es im Weinanbaugebiet Mâconnais einen gleichnamigen Ort gibt. Die frühere Annahme, die Sorte sei von Kreuzrittern nach Frankreich gebracht worden, liess sich nicht nachweisen. Heute polarisiert kaum ein Weisswein mehr als der Chardonnay: Von Verehrung bis hin zu kategorischer Ablehnung ist alles vorhanden. Die «Chardonnay-Manie» hat in vielen grossen Weinbauländern etliche andere interessante und eigenständige Rebsorten verdrängt. Nichtsdestotrotz bleibt der Chardonnay die unkomplizierteste und beliebteste weisse Rebsorte weltweit, denn kein Wein verkörpert das amerikanische «easy drinking» deutlicher.