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Glutenfrei, laktosefrei – spassfrei?

Tipps & Tricks 12.04.2016

Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf gewisse Lebensmittel. Nur wenige leiden tatsächlich unter Allergien, viele machen lediglich den «frei von» — Trend mit, viele ohne überhaupt zu wissen, was Gluten oder Laktose überhaupt bedeutet und warum einige Menschen dazu gezwungen sind, darauf zu verzichten.

Allergie vs. Unverträglichkeit — was ist der Unterschied?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf gewisse Substanzen wie auf einen Fremdkörper und bildet Antikörper zum Schutz. Bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit hat der Körper die Fähigkeit verloren, einen bestimmten Stoff zu verdauen oder hat diese gar nie besessen. Wer wie viel wovon verträgt ist also bei jedem Körper individuell.

Die bekanntesten Unverträglichkeiten kurz erklärt:

Laktoseintoleranz

Wer Milchzucker (=Laktose) nicht verdauen kann, dem fehlt das Verdauungsenzym Laktase. Dieser Mangel kann angeboren oder erst über die Jahre entstanden sein.

Glutenunverträglichkeit

Wer gegenüber Gluten intolerant ist, verträgt das Klebeeiweiss Gluten nicht. Dieses Klebeeiweiss findet man in diversen Getreidesorten (Weizen, Dinkel, Roggen ...) und ist unter anderem verantwortlich für die Elastizität des Teigs. Im Falle einer Unverträglichkeit kann es zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut kommen. Dadurch wird die Aufnahme der Nährstoffe ins Blut verhindert.

Bei laktose- oder glutenintoleranten Menschen kann der Verzehr von Produkten mit diesen Inhaltsstoffen zu höllischen Bauchschmerzen führen und andere Beschwerden auslösen.

Wer muss? Wer will?

Die Nahrungsmittelindustrie kommt dem Bedarf nach Alternativprodukten stetig entgegen. War es für Laktoseintolerante und Menschen mit Zöliakie (Glutenintoleranz) früher ein schwieriges Unterfangen sich glutenfreie bzw. laktosefreie Lebensmittel zu besorgen, haben sie heute die Qual der Wahl. Tatsächlich von einer Allergie betroffen sind in der Schweiz wenige. Nur jeder 5. leidet erwiesenermassen an Laktoseintoleranz, von der Zöliakie betroffen ist landesweit sogar nur 1 Prozent.*
Falls ihr also nicht zu diesen wenigen Leidenden gehört, überlegt euch gut, wie viel euch ein Verzicht tatsächlich bringt, denn … «Für gesunde Menschen bringt glutenfreie Ernährung keine gesundheitlichen Vorteile. Für Zöliakiebetroffene ist sie dagegen lebensnotwendig.» — so lautet die Botschaft der Deutschen Zöliakie Gesellschaft.
Das Gleiche gilt für den Verzicht auf Laktose. Darüber sind sich Mediziner und viele Ernährungsberater einig. Die teureren laktosefreien Produkte führen also nicht automatisch zu einem besseren Wohlbefinden, bestimmt aber zu weniger Geld im Portemonnaie.

Ist Genuss denn Sünde?

Ist Genuss denn Sünde? Ist denn ein luftiges Brötli oder frischer Mozzarella heute eine Sünde? Dazu möchte ich euch eine kleine Episode aus meinen Ferien letztes Jahr in Los Angeles erzählen. Die Amerikaner lieben ja momentan alles, was «frei von» ist und ich konnte es kaum erwarten, all die Angebote auszuprobieren. Als ich in einem Frühstückslokal einen wunderschönen Cupcake entdeckte, der frei von Gluten, Zucker und Tierprodukten war, habe ich mich sofort draufgestürzt. Schon beim ersten Bissen war mir klar – es ist nix ungesundes drin, schmecken tut er aber genauso nach nix! Iih!
Versteht mich nicht falsch, es gibt natürlich viele wunderbare vegane und glutenfreie Desserts, meiner Meinung nach darf bei all dem Verzicht einfach der Spass am Essen nicht auf der Strecke bleiben und wenn super gesund – dann bitte auch super fein!

Gibts natürliche Alternativen?

Gibts natürliche Alternativen? Wer sich dennoch entscheidet auf Gluten zu verzichten oder aufgrund einer Allergie nicht anders kann, dem empfehle ich nicht die künstlich generierten «gluten-free»-Produkte, sondern ein Wechsel auf natürlich glutenfreies Getreide wie Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amaranth und Buchweizen.
Wer Laktose umgehen muss, dem bleibt Kuhmilch und die daraus entstandenen Produkte verwehrt. Alternativ gibt’s Reis-, Mandel-, Kokos- und Hafermilch. Je nach Grad der Unverträglichkeit ist lange gereifter Käse auch geniessbar, da er weniger Milchzucker enthält.

*Angaben Allergiezentrum Schweiz

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